Heinz Scheuring

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Dass das Buch bereits in der dritten Auflage erscheint, bestätigt, dass Projektmanagement in einem weiten Spektrum von Anwendungsbereichen und Projektarten auf hohe Akzetpanz stösst . Das Angebot an Literatur und Seminaren zum Thema ist gross, der seit längerem anhaltende Projektmanagement-Boom ungebrochen. Man könnte also folgern, Projektmanagement sei rundherum akzeptiert und auf breiter Basis eingeführt. Diese Schlussfolgerung ist falsch. Professionelles, bewusst gelebtes Projektmanagement bildet in den Unternehmen auch heute noch die Ausnahme. Weiterhin regieren in allen Branchen und Projektarten vor allem „Intuition und Erfahrung“. Nicht nur bei den kleinen, unbedeutend erscheinenden Vorhaben wird dabei „gesündigt“, auch bei den grossen, die es bis in die Medien schaffen, liegt meist ein grosses Optimierungspotenzial brach.

Doch welches ist bei der Fülle an Projektmanagement-Literatur die Berechtigung für ein weiteres Werk zum Thema? Zunächst werden mit dem Buch die zahlreichen Scheuring-eigenen, in der Ausbildungs- und Beratungspraxis seit Jahren eingeführten und bewährten Methoden vermittelt, die in der Literatur bis heute nicht abgedeckt sind. Beispiele hierzu sind die einfachen und dadurch sehr effektiven Methoden der Projektvorbereitung, die Weg/Resultat-Matrix, das Konzept der flexiblen Projektorganisation oder auch das Scheuring-Controlling-Chart.

Mit den relativ ausführlich behandelten Themen ‚Projektportfolio-Management‘, ,Informatik-Unterstützung‘ sowie ‚Projektmanagement zur Kernkompetenz des Unternehmens machen‘ wird das Thema Projektmanagement integral abgedeckt. Das noch junge Gebiet Projektportfolio-Management muss künftig einen ähnlichen Stellenwert erhalten wie das klassische Projektmanagement.

Bei der Informatik-Unterstützung nimmt der Autor für sich in Anspruch, das Thema auf Grund des Erfahrungshintergrundes besonders praxisnah darzustellen. Andernorts ist in diesem Bereich häufig Hilflosigkeit festzustellen.

Weiter wird mit dem Buch versucht, die unterschiedlichen Aspekte des Projektmanagement in einem geschlossenen Konzept darzustellen. Die Beziehung zwischen klassischem Projektmanagement und dem Problemlösungsprozess auf der einen Seite, das Zusammenspiel von Projektmanagement und Projektportfolio-Management auf der anderen Seite werden transparent gemacht. Zudem werden unterschiedliche Adressaten durch eine entsprechende Hauptgliederung des Buches gezielt bedient: Projektleiter, Linienmanager oder Controller finden die für sie relevanten Inhalte in den verschiedenen Buch-Teilen.

Vor allem aber wird mit dem Konzept von Fachbuch + Internet-Unterstützung einschliesslich der Differenzierung nach Projektarten ein in dieser Form neues Produkt angeboten. Mit der elektronischen Abbildung des Projektmanagement-Wissens sowie neu der Erschlies-sung der Projektmanagement-Welt im Internet über die Initiative hyperWeb wird eine neue Nut-zendimension geschaffen. Die Möglichkeit, das Wissen direkt in den Kontext des Unterneh-mens und Mitarbeiters einzubinden, erlaubt neue, praxisorientierte Formen des Wissensmanagements im Projektmanagement.

Neben punktuellen Erweiterungen und Verbesserungen, etwa im Bereich Stakeholder-Management und Erfolgs-Management, wurde in der dritten Auflage vor allem die Internetplatt-form hyperWeb zu einem tragenden Element gemacht. Dieser Zugang zum „Weltwissen des Projektmanagements“ führt zu einer Öffnung weit über das Buch hinaus und stellt dieses in einen grösseren Zusammenhang.

Noch ein Wort zum „Expertenkrieg“ ‚Methoden contra Kultur‘. Die Frage, ob die harte Welt der Projektmanagement-Methoden oder die sozialen und kulturellen Aspekte wichtiger sind, macht wenig Sinn. Es gibt Projekte oder Projektsituationen, da ist tatsächlich der eine oder andere Aspekt ausschlaggebend. Doch in aller Regel braucht es von beidem sehr viel. Auch in einem Organisationsprojekt ist die Anwendung des Netzplanes keine Sünde. Und umgekehrt können Konflikte im Projektteam allein ein sehr technisches Projekt zum Scheitern bringen. Dass die Projektmanagement-Methodik in diesem Buch gegenüber den weichen Aspekten überwiegt, ist nicht eine Frage der Bedeutung. Sie resultiert daraus, dass viele Themen der Führung und Kommunikation auch ausserhalb des Projektmanagement aufgegriffen werden, und dass sie sich weit weniger gut über das Papier vermitteln lassen als fassbare Methoden.

Auch die besten Rezepte im Projektmanagement können den Projekterfolg nicht garantieren. Umgekehrt hingegen werden fehlende Prozesse, Strukturen und Führungsarbeit im Projekt dieses fast mit Sicherheit auflaufen lassen. Unter diesem Motto wünsche ich den Leserinnen und Lesern viele neue Erkenntnisse für ihre eigene Projektwelt, aber auch Spass bei der Lektüre.

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Auch dieses Buch ist nicht ohne die Unterstützung und das Verständnis vieler Beteiligten entstanden. Allen voran möchte ich hier meine Frau nennen, die neben den Belastungen, die das Jahr 2001 der Familie Scheuring aus beruflichen Gründen sonst schon auferlegt hat, in der Entstehungsphase des Buches zusätzlich zurück stehen musste. Ein besonderer Dank geht an Thomas Scholian, der in der konzeptionellen Phase wichtige Grundlagenarbeit geleistet hat.

An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass die Wahl der männlichen Sprachform in diesem Buch aus Gründen der Einfachheit gewählt wurde und der Projektleiterin oder Managerin in keiner Weise eine sekundäre Rolle im Projektmanagement zugedacht ist. Im Gegenteil: mehr Frauen im Projektmanagement würde den Projekten sowohl von der sachlichen als auch der atmosphärischen Seite sehr gut tun. Es ist zu hoffen, dass künftig viele Frauen für den Job des Projektmanagers gewonnen werden können.