2.3 Multiprojekt-Ressourcenplanung

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Das Multiprojekt-Ressourcenmanagement ist heute meist integrierender Bestandteil von professionellen Systemen, die das Projektportfolio-Management unterstützen. In diesem Teil wird aufgezeigt, welche spezifischen Anforderungen die Ressourcenplanung an solche Systeme stellt.

Einführung

Auf dem Markt sind kaum Systeme bekannt, die ausschliesslich für das Multiprojekt-Ressourcenmanagement (einschliesslich der dazugehörenden Zeiterfassung) entwickelt worden sind. Eine Ausnahme bildet ein von Scheuring AG entwickeltes System (resSolution), das inzwischen jedoch zu einem Projektportfolio-Management-System ausgebaut worden ist.

Neben spezifischen Systemen kommt für überschaubare Fälle die Planung der Ressourcen mittels Tabellenkalkulation in Betracht. Dieser Ansatz stösst aber bald an Grenzen, vor allem, wenn die Dynamik des Geschäftes gross ist oder wenn bezüglich der Projekte oder Ressourcen Hierarchien (z.B. Mitarbeiter – Gruppe – Abteilung) abzubilden sind.

PM-Tools die falsche Wahl

Wie bereits dargelegt, fallen die klassischen Anwendungen für die Projektablauf- und Terminplanung für die Mehrprojekt-Ressourcenplanung praktisch ausser Betracht. Die Vorstellung, die Ressourcenauslastung als Nebenprodukt der Terminplanung abzuleiten, wird aus organisatorischen Gründen Wunschbild bleiben. Mit der groben Planung der Ressourcen auf Stufe Teilprojekt, Phase, fallweise gar nur Projekt sowie der Zuordnung der Hauptverantwortung zum Linienmanagement resultieren ganz andere Anforderungen als an die klassische Ablauf- und Terminplanung des Einzelprojektes.

Ressourcenplanung - Teil des PPM-Systemes

Mehrere der heute angebotenen Projektportfolio-Management-Systeme beinhalten auch die Ressourcenplanung. Die Funktionalität der verschiedenen Produkte unterscheidet sich dabei wesentlich. Bei der Erarbeitung eines Anforderungsprofils für ein Projektportfolio-Management-System muss deshalb klar sein, welche Bedeutung der Ressourcenplanung zukommen soll. Im Gegensatz zur Verwaltung qualitativer Projektdaten oder konsolidierter Kostenwerte stellt die Ressourcenplanung extrem hohe Anforderungen an die Architektur und an die Benutzerführung. Ein klares Anforderungsprofil an diese Funktion durch das evaluierende Unternehmen ist hier unerlässlich.

Anforderungsprofil

Einige Stichworte zu den Anforderungen an die Multiprojekt-Ressourcenplanung:

  • Verwaltung von Projekten als auch des operativen Geschäftes
  • differenzierte Abbildung von Ressourcenprofilen
  • mehrstufige echte Ressourcen-Hierarchie
  • Möglichkeit der automatischen und manuellen Belastung
  • Möglichkeit der Integration mit zentralen Applikationen
  • differenzierte Zugriffsberechtigungen

Und vor allem: einfache und direkte Benutzerführung, bei der nicht das Einzelprojekt, sondern die Multiprojekt-Welt als Aktionsfläche im Vordergrund steht.

Im Kern muss ein Ressourcenplanungs-System den Würfel aus den drei Dimensionen WAS (Projekte und Grundlasten), WER (Ressourcen) und WANN (Zeit) abbilden und die drei Ansichten des Würfels als Aktionsflächen anbieten.



Abb. E 2.1 Mechanik der Ressourcenplanung gemäss dem resSolution-Konzept

Qualitative Ressourcenplanung

Die in Abschnitt D4.5 beschriebene qualitative Ressourcenplanung lässt sich auch mit den meisten klassischen Projektmanagement-Paketen realisieren, da hier primär das Balkendiagramm gefordert wird.