4.1 Projektentstehung und Ideen-Management

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Das Ideen-Management im Unternehmen darf nicht dem Zufall überlassen werden. Es ist Teil der Führungsaufgabe.

Bedeutung

Projekte können im Unternehmen sehr unterschiedlich entstehen, wie die fol-gende Darstellung zeigt. Zentral ist dabei, dass Projekte vor allem als Werkzeug zur Umsetzung der Unternehmensstrategie verstanden und gelebt werden. So verstandenes Projektmanagement und Projektportfolio-Management sollte zum strategischen Erfolgsfaktor jedes Unternehmens werden.
 

Das Ideenmanagement kann als Projektschmiede bezeichnet werden. Ideen zu entwickeln, zu fördern, zu sichten und die besten daraus der Projektvorbereitung zuzuführen, ist die Aufgabe jeder einzelnen Organisationseinheit. Ideenmanagement ist primär eine Aufgabe jedes Linienmanagers und damit eigentlich das Gegenteil des Vorschlagswesens. Ideenmanagement sollte als Teil der täglichen Aufgabenerfüllung verstanden werden und nicht als Exklusivität, die nur über Prämien funktioniert.

Anregungen zum Ideenmanagement

Die folgenden Anregungen sind als Anstoss für ein bewussteres Ideen-Management gedacht:

  • Ideenreichtum und Kreativitätspotenzial aller Mitarbeiter ausschöpfen. Hier bieten sich durchaus auch neue, kreative Wege an. Interne Wettbewerbe sind ein Beispiel einer aktiven Massnahme. So etwa die interne Ausschreibung eines Preises für die beste Idee, wie die Bekanntheit des Unternehmens schlagartig erhöht werden kann (Projekt «Big Bang«). Der Preis braucht dabei nicht monetärer Art zu sein. Das laterale Denken kann bei Mitarbeitern auch dadurch gefördert werden, dass diese Einblick in die Ideenliste erhalten.
  • Konstruktiv-kritische Haltung und Eigeninitiative fördern. Stichworte hier sind Mitarbeitergespräche in beide Richtungen, aber auch die Einführung der «Maske 23«-Kultur im Unternehmen, der Haltung, dass jeder Auftrag zunächst konstruktiv-kritisch hinterfragt werden muss.
  • Ideen systematisch erzeugen. Als Beispiel seien die Durchführung einer strategischen Risikoanalyse für hyperWeb, die früher beschriebene «Dudenkreativität«, gezielte Brainstormings und wiederum Wettbewerbe erwähnt. Einige Kreativitätstechniken sind in Abschnitt C 3.4 dargestellt.
  • Markt und Kunden als Ideen-Lieferanten nutzen. Die meist gefilterten Informationen der Aussendienstmitarbeiter sind wertvoll, sollten aber durch andere, direkte Kanäle ergänzt werden. Im Unternehmen des Verfassers schulen und beraten einzelne Software-Entwickler die Kunden gleich selber, um sowohl «Pain« als auch Lob der Kunden noch direkter in die Entwicklungsarbeit fliessen zu lassen.
  • Ideen dokumentieren und zugänglich machen. «Einzelne Gruppenleiter führen bei uns so etwas wie eine Ideenliste» äusserte sich ein Mitarbeiter eines Unternehmens kürzlich. Leider ist dies die Ausnahme. Dabei würde das Führen einer Ideenliste beispielsweise in Excel mit einem einfachen Zugang auf dem Intranet bereits ausreichen.

Ideenmanagement organisieren

Ideen müssen sodann einem formalen Prozess zugeführt werden. Dazu gehören im Wesentlichen die periodische Bewertung und Klassifizierung der Ideen, die Auslösung der Projektvorbereitung für Ideen, die den ersten Filter passiert haben, sowie die Ernennung des Verantwortlichen für die Phase Projektvorbereitung. Die organisatorische Verantwortung für diesen Prozess liegt beim Linienmanagement.